Oratorienverein Plochingen

e.V. 1922

Oratorienverein Plochingen e.V. 1922

Der Oratorienverein Plochingen entwickelte sich aus dem Plochinger Singkreis, der wiederum aus dem 1922 gegründeten Evangelischen Kirchenchor der Stadt Plochingen hervorging. Die entscheidende Prägung erhielt er durch seinen langjährigen musikalischen Leiter Professor Karl Hermann Mäder, der den Chor im Jahre 1933 übernahm und über 61 Jahre hinweg führte. Neben der musikalischen Leitung gab es auch eine große Beständig­keit in der Vereinsführung. Lediglich vier Mal wurde das Amt des ersten Vorsitzenden neu besetzt: Fritz Rieger, Dr. Eugen Weller, Erwin Wörner und seit 1998

Dr. Eberhard Zeyfang be­stimmten in dieser Zeit nacheinander die Geschicke des Ver­eins.

Als erstes Oratorium wurde 1946 Händels "Samson" aufge­führt und von da an folgte jährliche ein oratorisches Werk, dazu zahlreichen Kirchenmusiken und weltlichen Konzerte. 1953 wurde schließlich aus dem Plochinger Singkreis der Ora­torienverein, der nun sein eigentliches Programm auch im Na­men trug. Nahezu alle Oratorien (weit über 40) wurden seither aufgeführt. Darunter so bekannte Werke wie der "Elias" und der "Paulus" von Mendelssohn, die Requien von Verdi, Dvorak, Brahms und Mozart, "Stabat Mater" von Rossini, Haydn und Dvo?ak , und Orffs "Carmina Burana", aber auch unbekanntere Werke wie "Die Glocke" von Max Bruch oder "Die Legende von der heiligen Elisabeth" von Franz Liszt.

Jedoch sind nicht nur geistliche Werke im Repertoire des Orato­rienvereins zu finden, sondern auch anspruchsvolle weltliche Chorliteratur von der Klassik über Musicals bis hin zu zeitgenös­sischen Komponisten.

Die Aufführungen des Oratorienvereins bilden seit jeher einen tragenden Pfeiler im Kulturleben der Stadt PIochingen, wobei die Zusammenarbeit mit namhaften Solisten und Orchestern zum hohen Anspruch bei­tragen. Prof. K.H. Mäder sorgte durch seinen Einsatz und seine große Musikalität dafür, dass der Chor ein ähnlich hohes Niveau erreichte, wie es sonst nur bei Chören in größeren Städten zu finden ist. Mit Burkhard Wolf bekam er einen ebenbürtigen Nachfolger, über dessen Verbindungen nun auch Koopera­tionen mit dem Gymnasium Plochingen und dem Kammerorchester PIo­chingen zustande kamen. Ein Highlight in seiner Amtszeit war sicherlich die Open Air Aufführung der "Carmina Burana" auf der Landesgartenschau 1998 mit über 400 Beteiligten.

In 2001 hat mit Heidrun Speck erstmals eine Dirigentin die musikalische Leitung des Oratorienvereins übernommen. Mit der Aufführung von Beethovens "Messe C-Dur" sowie dem "Stabat Mater" von Josef Haydn im März dieses Jahres knüpfte sie dabei an die Erfolge ihrer Vorgänger an. Gemeinsam mit Gymnasiumchor und Kammerorchester wurde 2002 Bachs Weihnachtsoratorium (Teile 1-3) aufgeführt. Weitere gemeinsame Projekte folgten 2006 (A. Dvorak „Stabat Mater") und 2010 (G.F. Händel „Dettinger Te Deum", W.A. Mozart „Davide Penitente") mit dem Kammerorchester Plochingen, 2009 mit dem Chor des Gymnasiums Plochingen (J. Haydn „Die Schöpfung").

Wichtig ist es Heidrun Speck, dem Publikum immer wieder auch unbekanntere Werke wie das

„Requiem" von John Rutter (2003) oder „Die letzten Dinge" von Louis Spohr (2008) darzubieten. Ebenso interessant sind Gegenüberstellungen von zeitgenössischer Literatur und bekannten Repertoirestücken wie z.B. „Eisig ist die Welt außen" von H.G. Pflüger nach Texten eines autistischen Dichters mit Mozarts „Requiem" (2007) oder Puccinis „Messa di Gloria" mit Helmut Barbes „Canticum Simeonis" (2011). Des Weiteren pflegt der Chor mit seiner Chorleiterin seit 2003 die sehr erfolgreiche Reihe „Liederatur", die das gesprochene mit dem gesungenen Wort kombiniert. Dabei stet jeweils ein Textdichter oder ein Thema wie „Schaurig schön — Balladen und Romanzen" im Zentrum der Veranstaltung.

 

Derzeit besteht der Chor des Oratorienvereins aus etwa 70 Sän­gerinnen und Sängern - ausnahmslos engagierte Laienmusiker, die zu einem großen Teil auch aus umliegenden Gemeinden kommen. Die Proben finden Montagabends von 20.00 - 22.00 Uhr im Musiksaal des Gymnasiums statt.

Einige Wochen vor jedem größeren Konzert findet an wechselnden Orten ein Probenwochenende statt, bei dem auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.

Wer also Freude am Singen anspruchsvoller Chorliteratur hat, der sei hiermit herzlich eingeladen, denn der Oratorienverein ist in dieser Beziehung eine gute Adresse in PIochingen.